kopfbalken

schröpfen Was ist Schröpfen?

Schröpfen zählt wie die Blutegeltherapie zu den so genannten "Ausleitenden Verfahren". Unter Zuhilfenahme einer besonderen Schröpffackel wird in den Schröpfgläsern ein Unterdruck erzeugt. Die Gläser werden dann in rascher Folge auf das zu schröpfende Hautareal aufgebracht.

Nach wenigen Minuten kommt es zur Ausbildung der typischen Schröpfzone, eines kreisrunden, geröteten Hautareals, welches über mehrere Tage sichtbar bleibt. Schröpfen ist nicht schmerzhaft, sondern wird meist als ein recht angenehmes, entlastendes Druckgefühl im Bindegewebe wahrgenommen.


schröpfzone Was geschieht an der Schröpfzone?

Die Schröpfzone entsteht durch Austritt roter Blutkörperchen aus den Blutgefäßen in das Bindegewebe der Haut. Interessanterweise kommt es hierbei nicht zu einer Schädigung der Blutgefäße; die Blutkörperchen werden vielmehr schmerzlos durch die intakte Gefäßwand hindurch gesogen (sog. Erythrozytendiapedese).

Diese Ablagerung von roten Blutkörperchen wird vom Organismus in den folgenden Tagen durch eine spezifische Immunreaktion "bearbeitet". Hierdurch kommt es zu einer vermehrten Durchblutung und Durchwärmung im Bereich der Schröpfzone und ihrer Umgebung. Schmerz- und Schlackenstoffe können abtransportiert werden, Muskelverspannungen lösen sich, Gelenkbeschwerden bessern sich.

Im Sinne einer positiven Nebenwirkung kommt es außerdem zur Aktivierung des Immunsystems, so dass Schröpfen auch zur Behandlung bei vermehrter Infektanfälligkeit eingesetzt werden kann.


Verschiedene Arten des Schröpfens

Die bei uns am häufigsten angewendete Variante des Schröpfens stellt das oben beschriebene "trockene" Schröpfen dar. Je nach Beschaffenheit des Bindegewebes und je nach Ausmaß einer möglichen lymphatischen Stauung kann auch ein "blutiges" Schröpfen sinnvoll sein: hierbei wird mit einer feinen Lanzette die Haut der Schröpfzone vor dem Schröpfen mehrfach schmerzarm und oberflächlich eingestochen und dann erst das Schröpfglas aufgesetzt. In das Schröpfglas kann dann Blut austreten, wodurch eine deutlichere Reaktion mit ausgeprägtem Entstauungseffekt erreicht werden kann.

Darüberhinaus stellt die "Schröpfkopfmassage" eine weitere, besondere Form des Schröpfens dar: auf der zuvor eingeölten Haut wird das Schröpfglas mit Vakuum derart hin und her bewegt, daß eine große Schröpfzone, eher im Sinne einer „Schröpfstraße“, entsteht. Schröpfkopfmassage bewirkt eine sehr deutliche, tiefe, wärmende Durchblutungsvermehrung der Muskulatur.


Bei welchen Beschwerden hilft Schröpfen?


Wie häufig muß geschröpft werden?

Wie bei vielen naturheilkundlichen Anwendungen handelt es sich auch beim Schröpfen um eine Serienbehandlung: eine bestimmte Anzahl von Wiederholungen ist erforderlich, um die therapeutische Wirkung zu erreichen und zu festigen.

Bei chronischen Beschwerden hat es sich bewährt, ca. 4 bis 6 Behandlungen in Folge durchzuführen, wobei 2 Behandlungen pro Woche erfolgen sollten. Bei akuten Erkrankungen (z. B. Hexenschuß) kann auch eine einzelne Behandlung eine deutliche Linderung bewirken.